Internet- und Computerspielabhängigkeit in Deutschland

Quantitative Studienmodule


Längsschnittuntersuchung von Internet- und Computerspielabhängigkeit in der Jugend

Erster Bestandteil des quantitativen Teils ist eine längsschnittliche Jugendbefragung mit Schüler/innen 7. bis 10. Klassen. Hierbei sollen risikobehaftete Mediennutzungsgewohnheiten sowie Entstehungsfaktoren von Internet- und Computerspielabhängigkeit innerhalb eines auf insgesamt drei Jahre angelegten Kohorten-Sequenz-Designs untersucht werden. Von besonderem Interesse ist hierbei die Frage, welche psychosozialen Entwicklungen einer Abhängigkeit vorausgehen, wie die Persistenz der Störung eingeschätzt werden kann und welche Faktoren zu ihrer Bewältigung beitragen. Zudem sollen relevante Resilienzfaktoren ermittelt werden, die Jugendliche davor schützen, eine Abhängigkeit von interaktiven Medien zu entwickeln. Das Projekt ermöglicht aufgrund des anspruchsvollen methodischen Designs eine altersstufengenaue Ausdifferenzierung sowie Verlaufskontrolle von Internet- und Computerspielabhängigkeit im Jugendalter und knüpft damit unmittelbar an die deutschlandweite Repräsentativbefragung (s.u.) an. Eine weitere wesentliche Schnittstelle besteht zur qualitativen Spielmerkmalsanalyse (vgl. qualitative Studienmodule). So sollen neue Entwicklungen im Bereich interaktiver Unterhaltungsmedien fortlaufend erfasst und ermittelt werden, wie sich diese auf die Prävalenz von Abhängigkeit im Jugendalter auswirken und möglicherweise zu Verlagerungen der Abhängigkeit auf neue Angebote führen.

Deutschlandweite Repräsentativbefragung

Mittels einer deutschlandweiten Repräsentativerhebung soll ein umfassendes und präzises Verständnis über Verbreitung und Ausmaß von Internet- und Computerspielabhängigkeit gewonnen werden. Dieses Modul kommt dabei ausdrücklich der Anforderung der American Medical Association (AMA) entgegen, die weltweit dazu aufgerufen hat, Internet- und Computerspielabhängigkeit im Rahmen groß angelegter epidemiologischer Studien zu untersuchen, um entscheiden zu können, ob das Krankheitsbild in der nächsten Revision des DSM im Jahr 2012 berücksichtigt wird (AMA American Medical Association, 2007). Zielsetzung ist eine Ermittlung der Prävalenz in der Altersgruppe der 16- bis 49-jährigen deutschen Wohnbevölkerung sowie Aussagen über die soziodemographischen Merkmale der betroffenen Personen. Zu diesem Zweck sollen kombiniert telefonische und Online-/schriftliche Befragungen durchgeführt werden. Die Daten sollen unmittelbar dazu dienen, den gesundheitspolitischen Versorgungsbedarf in Deutschland abschätzen und entsprechende Handlungsempfehlungen ableiten zu können.