Viktimisierung im Vollzug


Projektdauer

01/2011 bis 06/2012

ProjektmitarbeiterInnen

Prof. Dr. Christian Pfeiffer
Dr. Steffen Bieneck 



Finanzierung

Justizministerium Niedersachsen

Kurzbeschreibung

Das Niedersächsische Justizministerium fördert ab 2011 ein Projekt, das sich mit dem Thema Viktimisierung im Justizvollzug beschäftigt. Erstmals werden umfassend Daten zu Gewalterfahrungen erhoben, die sich zwischen Gefangenen abspielen. Die Studie, die flächendeckend in allen Justizvollzugsanstalten des Landes Niedersachsen durchgeführt wird, soll Erkenntnisse darüber liefern, wie häufig gewalttätige Auseinandersetzungen und sonstige Straftaten zwischen Gefangenen auftreten, um welche Arten von Übergriffen es sich handelt, und in welchen Situationen es vermehrt zu solchen Konflikten kommt. Auf der Basis dieser Befunde sollen nicht zuletzt auch Maßnahmen abgeleitet werden, um die Sicherheit im Gefängnis zu erhöhen.

Um ein möglichst umfassendes Bild der Viktimisierung im Vollzug zu erhalten, wird das Untersuchungsmaterial in 19 verschiedene Sprachen übersetzt und an die Inhaftierten verteilt. Es werden zudem vorrangig standardisierte Instrumente eingesetzt, die in der Forschung zur Viktimisierung etabliert sind. Die ermittelten Daten zur Situation in Deutschland können dann auch zu internationalen Untersuchungen in Beziehung gesetzt werden, um Gemeinsamkeiten bzw. länderspezifische Besonderheiten aufzudecken. Die geplante Vollerhebung erlaubt zudem einen Abgleich mit den in den Akten der Vollzugsanstalten festgehaltenen und rückgemeldeten Vorfällen und liefert somit Hinweise auf die Hellfeld-Dunkelfeld-Relation im niedersächsischen Vollzug.

   
   


Publikationen
Baier, D., Bergmann, M.C., & Mößle, T. (2012). Gewalt
unter Inhaftierten im niedersächsischen Justizvollzug
. KFN-Forschungsbericht. Hannover: KFN.

Bieneck, S. & Pfeiffer, C. (2012): Viktimisierungserfahrungen im Justizvollzug.KFN-Forschungsbericht; Nr.: 119. Hannover: KFN.





aktualisiert: 11.2012