Tötungsdelikte an Kindern


Projektdauer

Aktenanalyse: 07/2007 bis 06/2010
Täterinterviews: 08/2008 bis 07/2012
Jugendhilfe-Interviews: 10/2008 bis 05/2012

ProjektmitarbeiterInnen

Prof. Dr. Theresia Höynck (Projektleitung)
Marlies Kroetsch (Doktorandin) 
Ulrike Zähringer (Doktorandin)

Nora Haertel (Stud. Hilfskraft)

 

Finanzierung

Fritz Thyssen Stiftung (Aktenanalyse, Jugendhilfe-Interviews),

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (TäterInnen-Interviews) sowie

Eigenmittel

 

Projektbeschreibung

Spektakuläre Fälle haben in den letzten Jahren die Öffentlichkeit dafür sensibilisiert, dass auch Kinder Opfer von Tötungsdelikten werden und dass insbesondere Babys und Kleinkinder gefährdet sind, Opfer gezielter Tötung, tödlicher Misshandlung oder zum Tode führender, extremer Vernachlässigung zu werden. Trotzdem liegen zu dieser Problematik bisher kaum aussagekräftige Befunde vor. Im Rahmen einer retrospektiv ausgerichteten, auf verschiedene Datenquellen zurückgreifenden Studie werden mehrere Fragestellungen für die Gruppe der Opfer im Alter unter sechs Jahren verfolgt: Erstens gilt es, verlässliche Daten zum Erscheinungsbild von Tötungsdelikten an Kindern zu erlangen. Zweitens sollen Ursachen, Entstehungsbedingungen und Risikofaktoren ermittelt und diese – drittens – daraufhin analysiert werden, welche Folgerungen sich aus ihnen für die Prävention der Tötung von Kindern ergeben. Parallel zu diesen Fragestellungen werden – viertens – Entdeckung, Aufklärung und strafrechtliche Verarbeitung von Tötungen an Kindern untersucht.

Das Forschungsvorhaben sieht ein mehrstufiges und multimethodales Erhebungsdesign vor. Zentrales Element ist eine Analyse der Strafakten zu allen Fällen vollendeter vorsätzlicher Tötungsdelikte an Kindern unter sechs Jahren im Zeitraum 1997-2006 aus dem gesamten Bundesgebiet. Diese Aktenanalyse wird durch einen Expertenworkshop sowie eine Befragung aller rechtsmedizinischen Institute in Deutschland ergänzt.


Parallel hierzu werden in einem eigenständigen Projektmodul Interviews mit Täterinnen und Tätern geführt, die dazu dienen sollen, die verschiedenen sich aus der Aktenanalyse ergebenden Fallgruppen in ihrer Komplexität nachvollziehbarer zu machen.

In einem weiteren Projektteil werden auf der Grundlage von qualitativen Interviews mit VertreterInnen der Jugendhilfe (Jugendämter/Freie Träger) die vorangegange Betreuungsarbeit und spätere institutionelle Aufarbeitung sowie die rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen bei diesen Fällen untersucht.




Publikationen

KROETSCH, Marlies: "Tötungsdelikte an Kindern unter 6 Jahren - Modul „Interviews mit TäterInnen“", (KFN-Forschungsbericht Nr.: 111). Hannover 2010.        fob111.pdf 799,25 KB

aktualisiert: 08.2011